RECRUITING Lehrlinge & Gen Z

Lehrlinge finden als KMU: So erreichen Sie die Gen Z über Social Media

Im August werden in der Schweiz Tausende Lehrstellen ausgeschrieben — und Hunderte bleiben unbesetzt. Allein 2023 wurden knapp 76'000 Lehrverträge abgeschlossen, doch rund 16 % der Lehrstellen blieben offen [1]. Nicht weil es an jungen Menschen fehlt, sondern weil viele KMU dort rekrutieren, wo die Generation Z schlicht nicht hinschaut: in Zeitungsinseraten, auf Job-Plattformen und auf der eigenen Website. Gleichzeitig verbringt genau diese Generation täglich über drei Stunden auf TikTok, Instagram und Snapchat. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie dort sichtbar werden, wo Ihre zukünftigen Lernenden tatsächlich unterwegs sind — und wie Sie mit authentischem Content den entscheidenden Vorsprung gewinnen.

TL;DR: Lehrlinge finden über Social Media

Wie die Generation Z Lehrstellen sucht

Von mir aus gesehen unterschätzen die meisten Betriebe einen grundlegenden Wandel: Die Generation Z — also die zwischen 1997 und 2012 Geborenen — hat kein Medienverhalten mehr, das sich mit demjenigen ihrer Eltern vergleichen lässt. Diese jungen Menschen sind mit Smartphones aufgewachsen, sie googeln anders, sie lesen keine Tageszeitungen, und sie reagieren auf völlig andere Reize als die Jahrgänge davor.

Infografik: Mediennutzung der Generation Z in der Schweiz nach Plattform und Altersgruppe.

Das hat direkte Konsequenzen für Ihr Lehrlings-Recruiting. Denn wer als KMU seine offene Lehrstelle ausschliesslich auf jobs.ch oder in der Lokalzeitung ausschreibt, verpasst den grössten Teil des Bewerberpools. Aktuell listet der Lehrstellennachweis LENA über 13'600 offene Lehrstellen [2], und auf Yousty.ch sind über 17'000 Lehrstellen für 2026/2027 ausgeschrieben [3]. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache:

Was die Gen Z antreibt, ist Authentizität. Sie will sehen, wie der Arbeitsalltag wirklich aussieht — nicht eine gestellte Gruppenaufnahme mit gezwungenem Lächeln. Ein wackeliges Handyvideo aus der Werkstatt hat für eine 15-Jährige mehr Überzeugungskraft als ein perfekt gestaltetes PDF-Inserat. Das klingt vielleicht kontraintuitiv, ist aber die Realität, die Studien und Praxiserfahrung gleichermassen bestätigen.

Wenn Sie als Arbeitgebermarke bei der Gen Z punkten wollen, gelten drei Grundregeln: Zeigen Sie echte Einblicke, kommunizieren Sie auf Augenhöhe, und seien Sie dort präsent, wo Jugendliche ihre Zeit verbringen — nicht dort, wo es für Sie am bequemsten ist.


Wo halten sich Jugendliche auf TikTok, Instagram und Snapchat wirklich auf?

Nicht jede Plattform eignet sich gleichermassen für das Lehrlings-Recruiting. Die Wahl hängt davon ab, wen Sie erreichen wollen — die Jugendlichen direkt, deren Eltern oder Berufsberatende. Hier ist die strategische Einordnung:

TikTok: Der stärkste Hebel für direkte Ansprache

TikTok ist die Plattform mit der höchsten Verweildauer bei unter 25-Jährigen. Kurze Videos zwischen 15 und 60 Sekunden performen am besten. Formate wie «Day in the Life», Behind-the-Scenes und humorvolle Einblicke erzielen enorme Reichweiten — auch mit null Followern, denn der Algorithmus spielt Inhalte nach Interesse aus, nicht nach Followerzahl. Ein Malerbetrieb aus dem Aargau erreichte mit einem einzigen Lehrlings-Video über 45'000 Views, ohne einen Franken in Werbung zu investieren.

Instagram: Visuelles Storytelling für Handwerk und Gestaltung

Instagram eignet sich hervorragend für Berufe, bei denen das Ergebnis sichtbar ist: Schreiner, Gärtner, Coiffeure, Köche, Gestalter. Reels (Kurzvideos) und Stories bieten niederschwellige Formate, die Sie mit dem Smartphone in wenigen Minuten produzieren. Für eine fundierte Social-Media-Strategie empfiehlt es sich, Reels als Entdeckungsformat und Stories als Vertiefungsinstrument zu nutzen.

Snapchat: Direkter Draht zu Schülerinnen und Schülern

Snapchat wird in der Schweiz von rund 1.4 Millionen Menschen genutzt — die Mehrheit ist zwischen 13 und 24 Jahre alt. Die Plattform eignet sich weniger für öffentliche Reichweite, dafür umso besser für persönliche Kommunikation. Schnuppertag-Einladungen via Snap oder die Möglichkeit, direkt per Chat Fragen zu stellen, senken die Hemmschwelle für Jugendliche erheblich.

Facebook und LinkedIn: Der Umweg über Eltern und Berufsberatende

Facebook ist kein Jugendkanal mehr — aber genau das macht es wertvoll für eine andere Zielgruppe: Eltern. Die Altersgruppe 35 bis 55 ist auf Facebook sehr aktiv und beeinflusst die Berufswahl ihrer Kinder erheblich. LinkedIn wiederum erreicht Berufsberatende, Lehrpersonen und HR-Verantwortliche in grösseren Betrieben.

Plattform Hauptzielgruppe Bestes Format Stärke im Recruiting
TikTok 14–24 Jahre Kurzvideos (15–60 Sek.) Reichweite ohne Follower
Instagram 16–30 Jahre Reels, Stories Visuell starke Berufe
Snapchat 13–22 Jahre Snaps, Direkt-Chat Persönliche Ansprache
Facebook 35–55 Jahre Bild-Posts, Gruppen Eltern erreichen
LinkedIn 25–55 Jahre Text-Posts, Artikel Berufsberatende, HR

Welche 10 Content-Ideen sprechen angehende Lehrlinge wirklich an?

Im Prinzip ist es so: Jugendliche wollen keine Werbefloskeln lesen. Sie wollen sich vorstellen können, wie ihr Alltag bei Ihnen aussehen würde. Die folgenden zehn Ideen lassen sich alle mit einem Smartphone umsetzen — ohne Agentur, ohne Budget, ohne Vorkenntnisse. Weitere Inspiration finden Sie in unserem Guide zu Content-Ideen für KMU.

Infografik: 10 Content-Ideen fuer Social-Media-Recruiting von Lehrlingen im Ueberblick.
  1. «Ein Tag als Lehrling bei uns» (Video/Reel): Lassen Sie einen Ihrer Lernenden den Arbeitstag mit dem Handy dokumentieren. Vom Morgen in der Garderobe bis zum Feierabend — roh, ungefiltert, echt. Dieses Format generiert auf TikTok und Instagram konstant die stärkste Resonanz.
  2. Lehrling stellt sich vor (Testimonial): Ein kurzes Statement in die Kamera: Warum hat sich die Person für diesen Beruf entschieden? Was gefällt ihr am meisten? Solche Testimonials wirken glaubwürdiger als jede Hochglanzbroschüre.
  3. Vorher / Nachher eines Projekts: Zeigen Sie den Rohzustand und das fertige Ergebnis. Ob Möbelstück, Garten, Frisur oder Schaltkasten — die Transformation fasziniert und demonstriert das Können Ihres Teams.
  4. Behind the Scenes auf der Baustelle oder im Betrieb: Führen Sie die Zuschauer durch Räume, die normalerweise niemand sieht. Das Lager, die Werkstatt, die Backstube um fünf Uhr morgens. Genau diese exklusiven Einblicke machen den Unterschied.
  5. Q&A mit der Chefin oder dem Chef: Beantworten Sie Fragen, die Jugendliche tatsächlich beschäftigen: Wie streng ist es? Darf man Musik hören? Gibt es gratis Znüni? Das zeigt Nahbarkeit und baut Berührungsängste ab.
  6. Schnuppertag-Einladung als Reel: Ein 20-Sekunden-Video mit einer klaren Botschaft: «Komm vorbei und schau dir an, was wir machen.» Dazu ein Link zur Anmeldung. So einfach kann Recruiting sein.
  7. «Was verdient ein Lehrling bei uns?» (Transparenz): Lohntransparenz ist für die Gen Z kein Tabu, sondern eine Erwartung. Wer offen kommuniziert, gewinnt Vertrauen. Geben Sie den Lehrlingslohn pro Lehrjahr an — das spart auch Ihnen Rückfragen.
  8. Team-Event oder Betriebsausflug: Zeigen Sie, dass bei Ihnen nicht nur gearbeitet wird. Ein Grillabend, ein Bowlingabend, der Weihnachtsessen-Schnappschuss — solche Inhalte signalisieren: «Hier gehört man dazu.»
  9. Lehrabschluss-Feier (Stolz zeigen): Feiern Sie den Erfolg Ihrer Lernenden öffentlich. Das zeigt Wertschätzung und macht klar, dass Sie in Menschen investieren. Gleichzeitig ist es der stärkste soziale Beweis für zukünftige Bewerber.
  10. «3 Gründe, warum ich mich für diese Lehre entschieden habe»: Lassen Sie einen aktuellen Lehrling drei persönliche Gründe nennen. Kein Script, kein Auswendiglernen — einfach ehrlich erzählen. Das transportiert Emotion und Überzeugung.
💡 Praxis-Tipp: Jugendliche einbinden

Geben Sie Ihren aktuellen Lernenden das Smartphone in die Hand und lassen Sie sie den Content selbst produzieren. Sie kennen die Plattformen besser als jeder Erwachsene, und die Inhalte wirken automatisch authentischer. Definieren Sie nur den Rahmen (keine Kunden filmen, keine Sicherheitsverstösse), den Rest erledigt die Generation Z von selbst.


Welche Rolle spielen Eltern und Lehrpersonen bei der Lehrstellensuche?

Fakt ist einfach: Die Berufswahl eines 14- oder 15-Jährigen wird selten allein getroffen. Studien des Schweizerischen Verbands für Berufsberatung zeigen, dass Eltern den stärksten Einfluss auf die Lehrstellenwahl ausüben — noch vor Lehrpersonen, Peers und Berufsberatenden. Trotzdem richten die meisten Recruiting-Kampagnen ihre gesamte Kommunikation ausschliesslich an die Jugendlichen.

Wer Eltern gezielt anspricht, erschliesst sich einen massiven Wettbewerbsvorteil. Und der passende Kanal dafür ist in den meisten Fällen Facebook.

Warum Facebook für die Elternansprache funktioniert

Die Altersgruppe der 35- bis 55-Jährigen ist auf Facebook deutlich aktiver als auf jeder anderen Plattform. In der Schweiz nutzen über 2.5 Millionen Erwachsene Facebook regelmässig [8]. Eltern informieren sich dort in lokalen Gruppen, folgen regionalen Unternehmen und teilen Beiträge, die sie für ihre Kinder relevant finden.

Content, der Eltern überzeugt

Eltern haben andere Prioritäten als ihre Kinder. Während Jugendliche Spass, Abwechslung und ein gutes Team suchen, achten Eltern auf:

Die wirkungsvollste Kombination entsteht, wenn Sie Social-Media-Aktivitäten mit Offline-Präsenz verknüpfen. Besuchen Sie lokale Elternabende an Oberstufen, Berufsmessen und Schnupperwochen — und verweisen Sie dort auf Ihre Social-Media-Kanäle. So wird aus einem einmaligen Kontakt eine dauerhafte Beziehung zu potenziellen Lehrlingsbewerberinnen und deren Familien. Das funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie ein durchdachtes Employer Branding: Vertrauen entsteht über wiederholte, konsistente Berührungspunkte.


Wie sieht der optimale Fahrplan des Lehrlings-Recruiting-Kalenders aus?

Lehrlings-Recruiting ist kein einmaliger Aufwand, sondern ein Jahreszyklus. Insgesamt befinden sich in der Schweiz rund 232'000 Personen in einer beruflichen Grundbildung, mit über 81'000 Neueintritten pro Jahr [4]. Wer die Phasen versteht und seine Social-Media-Inhalte darauf abstimmt, erreicht Jugendliche und Eltern genau im richtigen Moment. Die folgende Übersicht zeigt, wann welche Massnahmen greifen:

Zeitraum Phase Social-Media-Massnahmen
August – Oktober Sichtbarkeit aufbauen Schnuppertage bewerben, «Ein Tag als Lehrling»-Videos posten, Betriebseinblicke teilen, Eltern via Facebook ansprechen
November – Januar Bewerbungsprozess Bewerbungstipps veröffentlichen, Q&A-Sessions anbieten, direkte Ansprache via DM/Chat, Transparenz zum Ablauf
Februar – März Vertragsabschlüsse Vertragsunterschriften feiern, neue Lernende vorstellen, Team-Willkommen-Posts, Stolz-Momente dokumentieren
April – Mai Onboarding vorbereiten Vorbereitungstipps für den Lehrbeginn, Ausrüstungslisten, Vorstellung des Ausbildnerteams
Juni – Juli Lehrabschluss & Neustart Lehrabschluss-Feiern dokumentieren, Erfolgsgeschichten ehemaliger Lernender, Planung für die nächste Recruiting-Runde

Der entscheidende Punkt: Die meisten KMU starten ihre Social-Media-Aktivitäten erst im November oder Dezember — wenn der Bewerbungsprozess bereits läuft. Zu diesem Zeitpunkt haben die engagiertesten Jugendlichen ihre Favoriten jedoch schon ausgewählt. Wer ab August regelmässig Einblicke liefert, steht bei der Zielgruppe ganz oben auf der Liste, noch bevor die formelle Bewerbungsphase beginnt.

📅 Der Schnuppertag als Schlüsselmoment

Schnuppertage sind der wichtigste Konversionspunkt im Lehrlings-Recruiting. Nutzen Sie Social Media nicht nur, um sie zu bewerben, sondern auch, um sie zu dokumentieren. Ein Reel vom Schnuppertag mit dem Hashtag #Schnupperlehre erreicht andere interessierte Jugendliche — und deren Eltern — organisch weiter.


Was kostet Lehrlings-Recruiting über Social Media?

Bevor Sie ein Budget festlegen, sollten Sie eine Gegenfrage stellen: Was kostet es, eine Lehrstelle nicht zu besetzen? Ausgefallene Produktivität, zusätzliche Belastung für das bestehende Team, entgangene Aufträge — konservativ geschätzt verliert ein KMU zwischen CHF 5'000 und CHF 15'000 pro unbesetzter Lehrstelle pro Jahr. Bedenken Sie auch: Die Lehrabbruchquote liegt in der Schweiz seit Jahren stabil bei rund 20 %, wobei 80 % der Abbrüche direkt in ein neues Vertragsverhältnis münden [5]. Vor diesem Hintergrund relativieren sich die Investitionen in Social-Media-Recruiting erheblich.

Vergleichen wir die gängigen Ansätze — und deren tatsächliche Kosten im Schweizer Kontext:

Ansatz Kosten Zeitaufwand Geeignet für
Eigenregie (DIY) CHF 0 (nur Arbeitszeit) 3–5 Stunden/Woche KMU mit medienaffinem Team
Bezahlte Kampagne CHF 500 – 2'000 pro Kampagne 2–3 Stunden Setup Gezielte Schnuppertag-Werbung
Recruiting-Agentur CHF 3'000 – 8'000 pro Stelle Minimal Dringende Besetzung, mehrere Stellen
ACP – Authentic Content Pilot ab CHF 269.—/Monat (Jahresabo) ca. 1 Stunde/Monat Regelmässiger, automatisierter Content

DIY: Smartphone und Eigeninitiative

Wer die Inhalte selbst produziert, braucht kein spezielles Equipment. Ein aktuelles Smartphone, natürliches Licht und die Bereitschaft, sich vor die Kamera zu stellen, genügen. Der Zeitaufwand liegt realistisch bei drei bis fünf Stunden pro Woche — für Planung, Dreh, Schnitt und Veröffentlichung. Das funktioniert, solange jemand im Team die Kapazität und die Motivation dafür mitbringt.

Bezahlte Werbung: Chirurgisch gezielt

Mit bezahlten Kampagnen auf Instagram oder TikTok lassen sich Stelleninserate gezielt ausspielen — zum Beispiel an 14- bis 18-Jährige im Umkreis von 30 Kilometern um Ihren Standort. Ein Budget von CHF 500 bis CHF 2'000 reicht für eine vier- bis sechswöchige Kampagne mit messbaren Ergebnissen. Die Streuverluste sind dabei unwahrscheinlich stark reduziert im Vergleich zu Printmedien.

ACP: Regelmässigkeit ohne Personalaufwand

Die grösste Herausforderung im Social-Media-Recruiting ist nicht der erste Post — sondern der zwanzigste. Regelmässigkeit entscheidet über Sichtbarkeit. Genau hier setzt der Authentic Content Pilot an: Das KI-gestützte System erstellt aus Ihren Inputs — einer Sprachnotiz, einem Handyfoto, einer kurzen Nachricht — fertige, zielgruppengerechte Beiträge, die Sie im Freigabe-Cockpit prüfen und mit einem Klick veröffentlichen. Ab CHF 269.— pro Monat im Jahresabo, unlimitierte Beiträge inklusive.


Häufig gestellte Fragen zur Lehrlingsgewinnung (FAQ)

Welche Plattform eignet sich am besten, um Lehrlinge zu finden?

Für die direkte Ansprache von Jugendlichen in der Schweiz sind TikTok und Instagram die wirksamsten Plattformen. TikTok erreicht über 2.7 Millionen Schweizer Nutzer und hat einen überdurchschnittlich hohen Anteil junger Erwachsener. Instagram eignet sich besonders für visuell starke Berufe wie Handwerk, Gastronomie oder Gestaltung. Facebook ist der richtige Kanal, um Eltern zu erreichen, die bei der Berufswahl massgeblich mitentscheiden.

Was kostet Lehrlings-Recruiting über Social Media?

Die Kosten variieren je nach Ansatz: Wer alles selbst macht, investiert 3 bis 5 Stunden pro Woche — ein Smartphone reicht als Ausrüstung. Bezahlte Kampagnen auf Instagram oder TikTok kosten zwischen CHF 500 und CHF 2'000 für eine gezielte Schnuppertag-Kampagne. Mit dem ACP-System lassen sich regelmässige, lehrlingsspezifische Beiträge ab CHF 269.— pro Monat im Jahresabo automatisiert erstellen.

Ab wann sollte ein KMU mit dem Lehrlings-Recruiting auf Social Media starten?

Im Idealfall beginnen Sie im August bis Oktober des Vorjahres mit der regelmässigen Veröffentlichung von Einblicken und Schnuppertag-Einladungen. Der Bewerbungsprozess läuft in den meisten Kantonen von November bis Januar. Wer erst im Dezember startet, hat bereits einen grossen Teil der potenziellen Bewerberinnen und Bewerber verpasst.

Muss ich als KMU professionelle Videos produzieren, um Lehrlinge anzusprechen?

Nein, im Gegenteil. Die Generation Z bevorzugt authentische Inhalte gegenüber Hochglanz-Produktionen. Ein 30-Sekunden-Video vom Arbeitsalltag, gefilmt mit dem Smartphone, erzielt bei Jugendlichen oft deutlich mehr Resonanz als ein professioneller Imagefilm. Wichtig ist, dass der Inhalt echte Einblicke bietet und sympathisch wirkt.

Wie erreiche ich auch die Eltern der potenziellen Lehrlinge?

Eltern in der Altersgruppe 35 bis 55 Jahre sind auf Facebook besonders aktiv. Veröffentlichen Sie dort Inhalte, die Sicherheit und Karriereperspektiven betonen — zum Beispiel Erfahrungsberichte von ehemaligen Lehrlingen, die heute Führungspositionen innehaben. Kombinieren Sie Social Media mit Präsenz an lokalen Elternabenden und Berufsmessen, um Vertrauen auch offline aufzubauen.


Quellen

  1. sicsvizzera.ch — Lehrstellenmarkt Schweiz: Knapp 76'000 Lehrverträge abgeschlossen, Besetzungsquote bei 84 % (2023).
  2. berufsberatung.ch — 13'663 offene Lehrstellen im LENA (Lehrstellennachweis) der Schweiz.
  3. yousty.ch — 17'132 offene Lehrstellen für 2026/2027 in der Schweiz gelistet.
  4. edudoc.ch — Berufliche Grundbildung Schweiz: 232'100 Personen in Ausbildung, 81'200 Neueintritte pro Jahr.
  5. transfer.vet — Lehrabbruchquote in der Schweiz seit Jahren stabil bei rund 20 %, davon führen 80 % direkt in ein neues Lehrverhältnis.
  6. onlinekarma.ch — TikTok Schweiz: rund 2.78 Millionen monatlich aktive Nutzer (Stand November 2025).
  7. zhaw.ch — JAMES-Studie 2024 (ZHAW/Swisscom): Social-Media-Nutzung bei 14- bis 19-Jährigen in der Schweiz bei rund 99 %.
  8. bernet.ch — Facebook Schweiz: rund 2.5 bis 2.6 Millionen monatlich aktive Nutzer (2025), vor allem in der Altersgruppe 30+.
  9. zhaw.ch — JAMES-Studie (ZHAW/Swisscom, 2024): Über 90 % der 12- bis 19-Jährigen in der Schweiz nutzen soziale Netzwerke wie Instagram und TikTok regelmässig.
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